RUNDE 3 DES ADAC GT MASTERS, LÄUFE 5 & 6, SACHSENRING 09./10.06.2012
Ein äußerst turbulentes Wochenende, das mit viel Glück im Unglück seinen Auftakt nahm, fand mit wertvollen Punkten in der Meisterschaft doch noch seinen erfolgreichen Abschluss.
Liebe Freunde des GT Sports,
der Auftakt zum vergangenen Wochenende sollte zuerst nicht unter einem guten Stern stehen. Auf dem Weg zu den ursprünglich für Mittwoch auf dem Lausitzring vorgesehenen Tests hatte unser Renntransporter auf der A9 bei Bayreuth einen heftigen Unfall. An der Zugmaschine platzte ein Vorderreifen, das nicht mehr kontrollierbare Gespann durchbrach die Mittelleitplanke und kippte auf der Gegenfahrbahn auf die Seite. Eine PKW Fahrerin konnte nicht mehr ausweichen und krachte in den liegenden Truck. Zum Glück gab es jedoch keinen Personenschaden zu beklagen, offensichtlich war gerade eine ganze Staffel von Schutzengeln unterwegs.
Sofort war Teamchef Alex Fach an die Unfallstelle geeilt, um die Bergung zu begleiten, bei a-works in München organisierte er kurzfristig einen Ersatztransporter. Zusammen mit der Crew wurden die beschädigten Rennwagen sowie Werkzeug und Zubehör umgeladen und an den Sachsenring gebracht, wo die Jungs dann unter Hochdruck unsere Boliden für das Wochenende einsatzfähig machten. Was eine großartige Leistung, vielen Dank noch einmal dafür!!!
Die ersten Trainingseinheiten mit den reparierten Rennern verliefen auf der Berg- und Talbahn der "Nordschleife des Ostens" recht zufrieden stellend, wir mussten ja doch einiges improvisieren und die Mannschaft hatte nur wenig Schlaf gehabt. Unter diesen Bedingungen waren unsere Zeiten gar nicht so schlecht. Gleichwohl mussten wir, wie auch ausnahmslos die anderen Porsche Teams, erkennen, dass der Sachsenring definitiv kein "Elfer-Geläuf" ist. Der 911 GT3 R präsentierte sich auf diesem Kurs als extrem unruhig auf der Hinterachse und war damit in schnellen Ecken nur sehr schwer zu bändigen.
Wir konnten schließlich im Laufe des Freitags doch noch einen ordentlichen Kompromiss für das Set-Up ausarbeiten. Meine Qualifikation zum ersten Wertungslauf fiel jedoch aus, die Rennleitung hatte das erste Zeittraining nach einem Unfall abgebrochen und nicht wieder aufnehmen lassen, womit die Startaufstellung für das Rennen am Samstag über den Tabellenstand zu ermitteln war, also P18 für mich. Im zweiten Zeittraining stellte Martin Ragginger das Auto in dem extrem dicht zusammen liegenden Feld mit nur 8 Zehntel Rückstand zum Pole Setter ebenfalls auf Startplatz 18 für das Rennen am Sonntag.
Im ersten Rennen am Samstag gelang mir als Startfahrer ein wirklich bombastischer Einstieg, gleich auf den ersten Kilometern konnte ich fünf Wettbewerber "aufschnupfen" und auf P13 vorfahren. Ein sehr guter Start war für uns auch äußerst wichtig, weil wir damit rechnen mussten, dass bei den relativ hohen Asphalttemperaturen durch das schon erwähnte "Porschemanko" auf diesem Kurs die Hinterreifen gegen Ende des Rennens stark abbauen würden. Trotz erheblichen Drucks seitens der Konkurrenz konnte ich unseren Boliden auf P14 an Martin übergeben.
Auch er hatte in der zweiten Rennhälfte alle Hände voll zu tun, sich der Konkurrenz zu erwehren und – wie erwartet – mit nachlassenden Hinterreifen zu kämpfen. P16 war letztendlich der Lohn für unseren Kampfeswillen, und der dritte Amateurrang und damit wertvolle Punkte sicherlich eine gewisse Entschädigung dafür, dass wir an diesem Wochenende mit dem 911 GT3 R kaum jemals eine echte Chance hatten, wirklich vorne mitzuhalten.
Unser Optimismus für das zweite Rennen am Sonntag war also eher gedämpft, wir waren zwar im Topspeed unter den Führenden, aber in den schnelle Kurven verloren wir auf die Wettbewerber. Gleichwohl wollten wir nichts unversucht lassen und riskierten eine Änderung im Set-Up. Und das sollte sich lohnen!!! In einem ungemein spannenden Rennen und in viele starke Zweikämpfe involviert fuhr Martin bis zum Boxenstopp unseren Renner auf P9 nach vorne. Nach dem Fahrerwechsel stand mir eine höchst spannungsgeladene knappe halbe Stunde bevor. Trotz dem Handicap unseres Elfers konnte ich mit regelmäßigen Spitzenzeiten den Angriffen der Verfolger Paroli bieten. Ein Dreher, resultierend aus der beschriebenen Hinterachsproblematik, warf mich zwei Plätze zurück, aber einen elften Rang und damit erneut P3 in der Amateurwertung konnte ich bis ins Ziel verteidigen.
Nach einem Wochenende mit widrigem Beginn und schwierigen Bedingungen bedeutete das positive Fazit des Team-chefs extrem viel, sowohl uns Fahrern, aber auch der gesamten Crew: "Das Auto war hier extrem schwierig zu fahren", meinte Alex Fach, "aber im Vergleich mit anderen Porsche-Teams verloren wir keinen Boden und beide Fahrer haben sensationell gute Runden-zeiten gefahren". Das war uns allerdings nur möglich, weil auch die Mannschaft nach den Geschehnissen auf der Anreise Sensationelles geleistet hat, dafür noch einmal meinen ganz großen Dank!!!
In der Amateurwertung stellt sich also nun folgender Tabellenstand dar, Kristian Poulsen führt mit 111 Punkten vor mir mit 101 und Toni Seiler mit 88.
Am 14. und 15. Juli auf dem Nürburgring geht die Punktejagd weiter, auf dem "Ring" erwarten wir dann wieder eine starke Porsche-Performance.
Bleibt mir gewogen
|